Gesamtrückblick zur Interkulturellen Woche

Die Interkulturellen Woche hat mit ihrem zahlreichen Höhepunkten viele positive Seiten der Flüchtlingsarbeit aufgezeigt und war für den Willkommenskreis Diez eine wertvolle Aktion. Aus diesem Grund möchte ich diese tolle Zeit noch einmal Revue passieren lassen.

Jeder Tag hatte eine ganz besondere Eigendynamik, die wir uns als Planer so nicht vorstellen konnten. Davon waren wir sehr begeistert. Toll, dass die Flüchtlinge alle Angebote wahrgenommen und die Woche somit aktiv mitgestaltet haben. Der Helferkreis und weitere Freiwillige konnten durch die Aktionen weiter zusammenwachsen. Es wurden tolle Erfahrungen gesammelt und für jeden blieb das Gefühl: „Hier sind wir gemeinsam auf dem richtigen Weg!“

 

Der Montag mit der Eröffnung war spannend, denn auf die Ausstellung der Schüler waren alle gespannt. Die Leistungskurse von Herrn Stahl und Herrn Hoffmann nahmen gemeinsam an der interkulturellen Woche teil. Die Schüler und Herr Stahl eröffneten die Ausstellung und gaben eine kleine Einführung.

Die Leistungskurse von Herrn Stahl und Herrn Hoffmann hatten zu den Plakaten der Situation der Flüchtlinge noch interessante Videos gedreht. Darunter war eine Befragung der Diezer Bevölkerung über Flüchtlinge und das Video „Draw my life“. Dieses enthält Zeichnungen und Berichte eines Flüchtlings von seiner Flucht und seiner Ankunft in Deutschland. Außerdem wurden Berichte über die Arbeitssituation in Deutschland, die Situation der Frauen und Tipps von ehemaligen Flüchtlingen gezeigt.

Am Abend führte die Referentin Frau Ludwig den Workshop: „Interkulturelle Kommunikation“ durch. Der Abend verlief ganz anders als wir als Organisatoren uns das gedacht hatten. Vor allem Frau Ludwig musste sehr flexibel sein, denn viele Flüchtlinge hatten Interesse an der Veranstaltung. Wir haben die sprachliche Barriere gemeinsam überwunden, indem Ola und Nadir alles ins Arabische und Englische übersetzten.

So wurde eine Frage: „Was würde sich für dich ändern, wenn du morgens aufwachst und feststellst, du hast eine andere Hautfarbe?“ heiß diskutiert. Diese Thema brachte ganz unterschiedliche Sichtweisen zu Tage. Aber jeder merkte, das so ein Gespräch miteinander der Anfang einer interkulturellen Kommunikation ist.

Mit den Informationen, was Kultur ist, kam auch das Verständnis auf, das wir doch so unterschiedlich sind und nur durch gemeinsame Gespräche uns annähern können.

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Der Dienstag griff mit dem Hauptteil diese Diskussion miteinander wieder auf. Denn wir hatten fünf verschiedene Diskussionsrunden (Arbeit, Frauen, Deutschland Zukunft, Deutschland warum?, verschiedene Nationalitäten).

In den Gruppen wurde mit Hilfe von Dolmetschern viel diskutiert und Aspekte zusammengetragen. Alles wurde auf Plakaten festgehalten. Hier erlebten wir alle wieder tolle Momente und große Bereitschaft gemeinsam die Integration voranzutreiben.

Ali Hamdan berichtete vorher noch von seiner Zeit, als er als Flüchtling nach Deutschland kam und welche Hilfen und Bedingungen er antraf.

An allen Tagen trug die unterschiedliche Musik zur Abwechslung bei. Es waren tolle Musiker da, beispielsweise sind Adnan und George extra aus Hagen angereist. Shadi Al Housh hatte die Musiker organisiert. Mit ihnen schuf er eine tolle Atmosphäre die von Nachdenken bis zum Tanzen animierte. Auch ein afghanischer Musiker brachte uns seine Musik näher. Außerdem unterstützte auch Herbert Pechmann, der selbstkomponierte deutsche Lieder über Frieden und Liebe vortrug.

Zu Abschluss führte spontan noch eine kleine afghanische Schauspieltruppe ein kurzes Theaterstück auf.

Alles in allem gab es am Dienstag viel interkulturelle Kunst mit hohem Anspruch. Vielen Dank an Shadi für die Koordination!

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Der Mittwoch stand unter dem Motto: “Sport verbindet“. Viele Sportvereine haben viele Aktionen angeboten.

Zu Beginn zeigte uns der Rollsportverein ein paar Küren der Mädchen in ihren schönsten Kleidern. Das motivierte einige Mädchen mal zu einer Schnupperstunde zu kommen.

Anschließend boten die anderen Vereine ihre Aktivitäten an: Das DAO-Centrum zeigte mit eigenen Schülern Karate Übungen, bei denen jeder mitmachen konnte.

Die TSK-Volleyballer hatten großen Zulauf und Andreas Pfaff begann mit einfachen Übungen und endete mit kleinen Matches.

Gerne angenommen wurden auch der Parcours des Leistungskurs Sport vom SHG. Dort musste man mit Plastikeiern eine Parcours bestehe, ohne das Ei fallen zu lassen. Manch Erwachsener musste wieder von vorne beginnen und verlor mehrmals gegen Kinder.

Auf dem Tennisplatz kamen die zwei Trainer Claus Schlau und Niklas Beule kaum gegen die vielen Interessenten an. Aber alle stellten sich in einer Reihe auf und bekamen den Ball zugespielt. Manchmal entstand sogar ein Ballwechsel!

Es war ein schöner Nachmittag für alle. Man begegnete sich sportlich und alle hatten großen Spaß. Und so mancher Flüchtling war begeistert, weil er eine Sportart neu kennenlernte und kleine Erfolgserlebnisse hatte.

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Am Donnerstag war ein gemeinsamer Gottesdienst angesetzt. Er war sehr festlich aber auch locker gestaltet. Daran waren der Posaunenchor der Gemeinde beteiligt und Harry Frenzel, der mit Gitarre Friedenslieder sang.

Dazu gab es Lesungen in den verschiedenen Landessprachen. Es hat uns auch sehr gefreut, das diese auch von Muslimen gelesen wurden.

Ein schöner Anlass war auch die Einführung von Manuela Nink als neue Koordinatorin des Willkommenskreises.

Besonders beeindruckt waren wir von der großen Beteiligung der Flüchtlinge.

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Der Freitag war ein sehr bewegender Abschluss der IKW. Da hatten wir Senioren eingeladen, die über die Flucht vor 50 und 70 Jahren berichteten. Ein Hundertjähriger und eine hundertdreijährige Frau erzählten uns von den schlimmen Zeiten der Flucht und Gefangenschaft im 2. Weltkrieg. Insbesondere das andere Leben in einer neuen Umgebung war sehr schwierig für sie. Besonders halfen ihnen die Verwandten oder Freunde in dieser Zeit. Sehr bewegend waren die Ratschläge der Beiden, die so manchen Besucher traurig werden ließ: Stille im Raum als der 100 jährige gefragt wird, ob er den Menschen im Saal einen Rat fürs Leben geben möchte: „Ausländer und Deutsche fasst euch alle an die Hände“ sagt er und beginnt zu weinen und schaut zu Boden „damit sowas nicht mehr passiert.“ Dieser Moment war für die Zuschauer sehr bewegend.

Friedhelm Hahn laß als Gegenpol zu den Senioren Geschichten der Geflüchteten aus Syrien vor. Diese Geschichten machten alle ebenso betroffen.

Umrahmt wurde der Nachmittag von den „Alten Wilden“, ein Chor von Senioren, die Schlager sangen und viele zum Mitsingen animierten. Das gab allem eine schöne Atmosphäre. Frau Tortorova, mit ihrem Bandoneon (eine Art Akkordeon) begeisterte alle Gäste mit dem hochkarätigen Können und der tollen Auswahl der Stücke.

Frau Dr. Carella als Psychologin der Helios Klinik, beantwortete Frau Beules Frage: „Wie kann man mit solchen Erlebnissen der Flucht: damals-heute, weiterleben?“ Frau Carella griff nochmal das Gespräch der Senioren auf, die ja berichteten, das ihnen Verwandte geholfen haben. Und so kam auch ihr Tipp an die Gäste: Schafft ein friedliches und freundliches Umfeld , so dass die Flüchtlinge in einen Alltag zurückkommen können.

Es war ein runder Abschluss, denn mit allen Veranstaltungen wurde bestätigt, dass der Willkommenskreis mit seinen Aktivitäten auf dem richtigen Weg ist.

Und die Flüchtlinge bestätigten das immer wieder, in dem sie sich aktiv beteiligten und alle Veranstaltungen besuchten.

Der Dank an alle Helfer durfte zum Schluss nicht fehlen, denn alle haben gemeinsam zu einer tollen Woche beigetragen. Mit Blumensträußen und Lebkuchenherzen wurde allen Helfern gedankt und alle waren sehr zufrieden.

Der Willkommenskreis dankt den vielen Unterstützern: Dem Land, dem Kreis, der Lotto-Stiftung, dem Mineralbrunnen Fachingen, der Gärtnerei Grünewald, der AWO, Aartaldruck und MSG Medien Service und vor allem den ehrenamtlichen Helfern sowie den Lehrern und Schülern des SHG, der SV/Technikausschuss sowie allen weiteren Unterstützern.

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