Patin Manuela mit einer Familie aus Syrien

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Patin Manuela erzählt:

„Im Januar dieses Jahres fuhr ich an einem Dienstagnachmittag in die Kleiderstube des Willkommenskreises um Babysachen unserer jüngsten Tochter zu spenden.
Ich spielte schon länger mit dem Gedanken eine Patenschaft zu übernehmen, hatte aber Bedenken, dass es mir mit drei eigenen Kindern, Arbeit und allem was dazugehört dann zu viel werden könnte. Dort angekommen, traf ich mich mit Christiane Beule, ebenfalls Patenmutter, um mit ihr genau darüber zu sprechen.
Bis eine hochschwangere Frau mit ihrem Mann an der Bürotür klopfte. Sie suchten Rat. Wirkten ängstlich und unversichert. Ihr größtes Problem bestand darin, wie sie schnell nach Limburg kommen, wenn beispielsweise mitten in der Nacht die Geburt losgeht. Im selben Moment erzählte Christiane mir, dass ihr erstes Kind mangels Hilfe in Syrien direkt nach der Geburt verstorben ist. In diesem Moment waren meine alltäglichen Problemchen, beispielsweise wie ich den Alltag schmeiße, wie weggepustet. Stattdessen stellte sich ein sofortiges Bedürfnis ein dieser Familie in meinem Land zu helfen alles für die Geburt vorzubereiten um ein gesundes Kind zur Welt zu bringen.
Wir tauschten Telefonnummern aus. Zwei Tage hörte ich nichts von Ihnen. Dann nahm ich Kontakt auf und wir verabredeten uns. In den folgenden Tagen schauten wir uns gemeinsam die Entbindungsstation des Limburger Krankenhauses an, organisierten eine Hebamme und noch Einiges für das Baby. Am 6. Februar erlebten wir gemeinsam die Geburt eines gesunden Sohnes. Dieses wunderbare Erlebnis hat uns ganz eng miteinander verbunden.
Jetzt kennen wir uns schon fast ein halbes Jahr, treffen uns regelmäßig, besprechen manch Administratives, essen oft zusammen (es ist ihnen immer ganz wichtig, dass wir zum Essen bleiben) und unternehmen viele gemeinsame Dinge. Es ist nie langweilig, immer lustig, spannend und für beide Seiten sehr bereichernd. Es ist einfach toll mitzuerleben wie die Familie sich in Deutschland entwickelt und zunehmend in meiner Heimatstadt Diez Fuß fasst.
Die Patenschaft ist eine Tätigkeit bei der man Zeit zu verlieren verstehen muss um wertvolle gemeinsame Zeit zu gewinnen. Die syrische Familie hat mir gezeigt wie das geht…“

(Manuela)

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